• Susanne Krauss

Wie fühlen sich frischgebackene Geschwisterkinder (nicht nur beim Shooting)?



Oft dauert es eine Weile, bis die Geschwister sich an das neue Familienmitglied gewöhnt haben.

Das ist wichtig, und vor allen Dingen: Es ist normal!

Gerade wenn ein erstgeborenes Kind plötzlich ein kleines Geschwister bekommt, ist für das ältere Kind die Verunsicherung groß.

Nie zuvor musste es die die Eltern mit einem anderen gleichwertigen Kind teilen.

Lacht jetzt nicht, aber ich stelle mir das immer ein wenig so vor:

Mein Mann erzählt mir eines Tages : „Liebling, du bist so großartig, ich wünsche mir noch eine zweite Frau wie dich.’

Dann beginnen (zumindest für ihn😉) Tage voller Vorfreude, in denen er mir berichtet, wie schön es sein wird, wenn sie da ist, und wie ich mich auch über sie freuen werde, weil wir dann zusammen den Haushalt oder Ausflüge machen können😉. Und ich sitze verunsichert da, versuche mich an den Gedanken zu gewöhnen, und kann eventuell keine so rechte Freude dabei empfinden. (Welch ein Wunder).


Dann ist 'die Zweitfrau' endlich da, alle gratulieren meinem Mann und fragen mich, ob ich stolz auf die neue Frau an seiner Seite bin...

(Ich denke ihr versteht schon, wie ich es meine). Bei mir würde es auf jeden Fall eine ganze Weile dauern, bei der ich erst mal abchecken müsste, ob diese neue Frau eine wirkliche Bedrohung meiner Position darstellt oder tatsächlich ein Gewinn für unsere Familie😉.


Ich denke, nicht anders geht es Geschwisterkindern, zumindest Erstgeborenen, die noch sehr klein sind.

Diese Unsicherheit macht sich nicht nur in den Tagen und Monaten nach der Geburt im Familienalltag bemerkbar, sondern auch oft (bisweilen zum ersten Mal) beim Wochenbett- oder Neugeborenenshooting.

Was tun - wenn es plötzlich zu diesem 'ungewöhnlichen Verhalten' kommt, dass sich nicht besonderes natürlich anfühlt, und sich z.B. in 'wilden Grimassen' , Verweigerung oder auch übertrieben krampfhafter Fürsorge' äußert?



Meine ehrliche Antwort: Außer dem Kind diskret besonders viel Nähe und Sicherheit zu geben(!):

Tue nichts.Mache vor allem keine Versprechungen ("Wenn du jetzt einmal normal lächelst, gibt es nachher ein Eis", Wenn du deinem kleinen Bruder jetzt ein Küsschen gibst, darfst du nachher in den Zoo" etc.).

Es bringt nichts. Jedenfalls keine natürlichen, 'echten' Fotos.

Die Kinder machen zwar manchmal das Gewünschte, aber dann meist schnell, verkrampft und ohne jede Herzensfreude.

Besser ist: Enspannt bleiben, das Kind erst einmal 'vor sich hinwurschtelnd' lassen und schauen, ob es sich langsam an die Situation gewöhnt (Und später dann vielleicht sogar von allein Lust bekommt.) Was für das Shooting gilt, gilt ja auch im 'echten' Leben. Zeitigeren, sich wirklich an die neue Situation zu gewöhnen.

Zuneigung und Aufmerksamkeit schenken, geduldig sein, Verständnis haben, wenn das große Geschwisterkind eben nicht gleich vor Liebe überquillt.

Das große Kind (egal wie alt) ein bisschen in die 'Mama-Verantwortung' mit einbeziehen.

Und: Sich selbst auch Zeit geben.


Eine Hebamme hat einmal zu mir gesagt:

Es dauert 9 Monate, bis ein Baby geboren wird. Und weitere 9 Monate, bis die Familie sich neu sortiert hat.

Ich geben ihr recht.



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